Barnhouse

Seltsamer Laden, der offenbar von einer Münchnerin (Sina Nagl) und einem Engländer (Neil Reen) in der Nähe von München gegründet wurde. Barnhouse verwendet nur kontrolliert biologische Zutaten, die hauptsächlich zu Krunchy verbacken werden.

Cornflakes

Barnhouse-Cornflakes lassen sich am ehesten mit den bei Aldi erhältlichen Crownfield-Flocken vergleichen, was den ökologisch korrekten Mr. Reen vermutlich erblassen lassen würde. Trotzdem: Beide Produkte sind mit weniger als 7% Gesamtzuckergehalt weniger süß als andere Cornflakes und schmecken recht intensiv für ein doch eher neutrales Produkt.

Etwas penetrant ist die irreführende Behauptung von Barnhouse, die Flakes seien „ohne Zuckerzusatz“ hergestellt. Tatsächlich wird statt Zucker Maissirup zugesetzt, was aber im Ergebnis nur für Süßungsesoteriker interessant ist.

Ich gestehe allerdings zu, dass es sich – da auch der verwendete Malz aus Mais gewonnen wird – wirklich um sortenreine Cornflakes handelt (wenn man vom Meersalz absieht).

Bewertung: sehr lecker | Zutaten: Mais, Maismalz, Maissirup, Meersalz

Feines Müsli Quinoa

Das von Mr. Reen als Alternative zum kernigen „Pferdefutter“ beworbene zarte Müsli von Barnhouse heißt mit vollem Namen Mr. Reen's Feines Müsli Quinoa Original. Mit eingängigen Produktbezeichnungen haben die Damen und Herren es offensichtlich nicht so, wie auch das Hin und Her um ein mehrfach umbenanntes Produkt auf Basis von Kokosraspeln zeigt.

Das feine Müsli jedenfalls enthält neben zarten Haferflocken etwas Krunchy Pur Hafer, Dinkel und Quinoa. Schmeckt ganz gut, aber nicht sensationell. Selbst für meinen Geschmack ist der Haferflockenanteil etwas zu hoch. Pferde könnten das mögen. Ich mische Krunchy Pur lieber selbst mit Großblatt-Haferflocken (ha!) im Verhältnis 1:1.

Update (Herbst 2011): Mittlerweile wurde die Rezeptur überarbeitet und der Haferflockenanteil auf 62% gesenkt. Im Gegenzug wurde nicht nur die Krunchy Pur-Dosis, sondern vor allem der Anteil an Dinkel- und Quinoapops erhöht. Das hat sich gelohnt: Das gesamte Müsli schmeckt tatsächlich erstaunlich leicht, ohne die übertriebene Fluffigkeit mancher Allos-Produkte zu erreichen. Und Mr. Reen stichelt auch nicht mehr gegen Großblattflocken, sondern schwärmt lieber vom Aroma sonnenwarmer Haferfelder und dem wertvollen Quinoa.

Bewertung: lecker | Zutaten: Dinkelvollkornpops, Gerstenmalz, Haferflocken (Kleinblatt), Meersalz, Palmfett, Quinoapops, Reismehl, Reissirup

Feines Müsli Quinoa Cranberry Blue

Eine sehr gelungene Variante des feinen Quinoa-Müslis, in der vor allem die fein-knusprigen Cornflakes überzeugen. Die Kombination von Weinbeeren, Cranberries und Apfeldicksaft sorgt zwar für etwas zu viel Süße (15,4%), die aber mit einem Drittel der Basis-Variante (oder wahlweise den zarten Dinkelflocken des Bauckhofes wunderbar ausgeglichen werden kann. Außerdem enthält Cranberry Blue dank weniger Krunchy (20%) auch weniger Fett (6,3%).

Bewertung: sehr lecker | Zutaten: Apfeldicksaft, Cornflakes, Cranberry, Dinkelvollkornpops, Hafervollkornflocken, Krunchy Pur Hafer, Quinoapops, Weinbeeren

Krunchy Pur Amaranth

Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber Amaranth nervt (sorry, liebe Allos GmbH). Mit wenigen Ausnahmen verschlechtert es den Gesamteindruck. Besonders deutlich ist das im Fall von Krunchy Pur Amaranth, das bis auf die Beimischung von regional angebautem Amaranth (und etwas Ahornsirup) identisch ist mit dem Original-Krunchy.

Hinzu kommt, dass Barnhouse auf der Packung zu der alten Kundentäuschung ohne Zuckerzusatz zurückgekehrt ist.

Bewertung: schmeckt einigermaßen | Zutaten: Ahornsirup, Amaranth, Haferflocken, Palmfett, Reiscrispies, Reissirup

Krunchy Pur Dinkel

Angeblich geht die Einführung dieses Produkts auf eine überbordende Nachfrage zurück:

Wann wird es endlich ein Dinkel Krunchy für die Pur Reihe geben? Wie oft haben wir diese Frage gehört! Na, gut: hier ist es.

Dass Barnhouse sich mit der Kapitulation vor dem Kundenwunsch Zeit gelassen hat, geht angeblich auf die produktionstechnischen Herausforderungen des Dinkels – Es ist gar nicht einfach, aus Dinkelgetreide ein gutes Knupsermüsli zu backen – zurück, die nur ein erfahrener Müslibäcker wie Neil Reen – bäckt Bio-Krunchy seit 1979 – meistern kann.

Abgesehen von der technischen Leistung ist Krunchy Pur Dinkel keine Offenbarung: Es schmeckt härter und (im Vergleich zum milderen Hafer-Krunchy) leicht angebrannt. Ernährungsphysiologisch geben sich die beiden Varianten nicht viel. Auch die Dinkel-Fassung ist kräftig mit Reissirup gesüßt (14,4% Zucker) und durch das Backen mit Palmfett recht schwer (13,9% Fett, 6,5% gesättiges Fett).

Bewertung: schmeckt einigermaßen | Zutaten: Dinkel gepoppt, Dinkelflocken, Dinkelvollkornmehl, Gerstenmalz, Meersalz, Palmfett, Reis, Reissirup

Krunchy Pur Hafer

Eine besondere Stellung unter den Flakes nehmen die beliebten Crunches ein – geröstete und gezuckerte Flocken mit hohem Fettgehalt. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich dafür erwärmen kann, aber die Firma Barnhouse hat es geschafft. Mit Krunchy Hafer Pur, laut ursprünglicher Eigenwerbung „zuckerfrei“, was inzwischen ehrlicherweise zum „ohne Kristallzucker“ abgemildert wurde. Tatsächlich ist das Zeug voller Reissirup (14,6% Zuckergehalt) und Palmfett (13,6% Fettgehalt, wobei der Hafer selbst etwa die Hälfte des Fettes beisteuert) , schmeckt aber im Verhältnis 1:1 mit Großblatt-Haferflocken trotzdem gut.

Das Krunchy-Zeug gibt es in vielen verschiedenen Varianten, aber als Brauereipferd bleibe ich beim Hafer.

Bewertung: lecker | Zutaten: Gerstenmalz, Haferflocken (Kleinblatt), Meersalz, Palmfett, Reismehl, Reissirup