Bambix, eine Marke des Nutricia-Konzerns, spielt in den Niederlanden eine ähnliche Rolle wie Alete, Hipp und Milupa in Deutschland. Allerdings sind die verschiedenen Breiprodukte nicht aus kontrolliert-biologischem Anbei, was auf dem zimperlichen deutschen Babymarkt völlig undenkbar wäre.
Nachdem das niederländische Bambix-Kind im Alter von 8 Monaten (beim Umstieg von „Fijne granen“ auf „Licht volkoren“) auf fünf von sieben Getreiden verzichten musste und dafür nur durch die Beigabe von Dextrose und Honig entschädigt wurde, kann es ab dem 12. Monat aus dem Vollen schöpfen: Acht verschiedene Getreide (neu: Buchweizen) und eine nochmals erhöhte Honig-Dosis (10%!). In diesem Brei übernimmt der Roggen (40%) erstmals die Führung gegenüber dem Weizen (38,5%).
Die „feinen Getreide“ für niederländische Babies (ab dem 6. Monat) ähneln geschmacklich und in der Zusammensetzung dem 7-Korn-Brei von Milupa, bestehen aber zum überwiegenden Teil (88%) aus Weizen. Ich vermute, dass die starke Prägung des niederländischen Marktes durch Brinta (ein reines Weizenprodukt) bei der Getreidewahl eine Rolle spielt.
Ein seltsames Produkt, das Nutricia parallel zum ersten Müsli für Kleinkinder (ab dem 15. Monat) anbietet. Formal orientieren sich die Ringe an den berühmten Cheerios, geschmacklich sind sie kaum vergleichbar. Sie bestehen hauptsächlich aus verschiedenen Getreiden, Apfel und Pfirsich. Ohne Vorweichzeit sind sie recht hart, mit Vorweichzeit schmecken sie ein wenig fad, aber nicht wirklich schlecht. Wenigstens sind sie kaum gesüßt (Zuckergehalt 5,3%).
Im Alter von 8 Monaten werden Bambix-ernährte Babies erstmals mit gesüßtem Breichen konfrontiert: Anders als der Brei ab dem 6. Monat („Fijne granen“) enthält das „leichte Vollkorn“ Dextrose und Honig, der allerdings „hocherhitzt und daher für Kinder unter einem Jahr geeignet ist“. Süß bleibt der Brei trotzdem, und ich stehe der Süßung von Babynahrung enorm kritisch gegenüber.
Ansonsten wird der Roggenanteil gegenüber dem weizenlastigen Erstbrei deutlich erhöht (auf 46,5%), dafür fallen alle anderen Getreide (mit Ausnahme des Weizens, ebenfalls 46,5%) weg. Warum aber das gute Eisenphosphat dem Eisenlaktat weichen muss, wissen allein die Lebensmittelchemiker von Nutricia.
Wer geglaubt hatte, dass das Ende der Süßungsskala mit dem „Acht granen“-Breichen (ab dem 12. Monat) erreicht worden wäre, wird mit dem ersten Müsli (ab 15 Monaten) eines Besseren belehrt. Auf stolze 19% Zuckeranteil kommt dieses Müsli, wobei man zugeben muss, dass dieser Zucker zu einem großen Teil auf die beigefügte Fruchtmischung (31%) zurückzuführen ist. Honig, Buchweizen, einige Vitamine und Malzextrakt müssen weichen, und auch das zwischen dem 8. und dem 12. Monat propagierte Eisenlaktat wird wieder durch das im „Fijne granen“-Breichen (ab dem 6. Monat) verwendete Eisenphosphat ersetzt. Rätselhaft. Im Getreideanteil spielt diesmal der gute alte Hafer die wichtigste Rolle.
Das Resultat schmeckt wie grob geschrotetes, etwas zu süßes Müsli, ist aber durchaus ein würdiges Vorbild für das in den vergangenen Jahren arg heruntergekommene Bircher-Müsli von Hipp.