Haferspezialist seit 1820 und Hersteller der berühmten blütenzarten bzw. kernigen Haferflocken. Abgesehen von den reinen Haferprodukten steht Kölln leider auf dem Standpunkt, dass Cerealien sehr süß sein sollten.
Wenn ich monogetreidige Babybreichen in meine Liste aufnehme, wäre es äußerst unfair, die Basis jeden guten Müslis zu ignorieren: Haferflocken. Die Variationsmöglichkeiten der Hersteller sind im Vergleich zu Cornflakes noch etwas begrenzter, deshalb beschränke ich mich auf die Produkte des Haferspezialisten Peter Kölln.
Dessen Klassiker sind die bereits 1937 als Warenzeichen eingetragenen blütenzarten Köllnflocken – das sind besonders feine Hafer-Vollkornflocken, die aus geschnittenen Haferkernen, der Hafergrütze, gewalzt werden. Sehr gut schmecken die Blütenzarten mit geschnittenem Obst und Milch, aber auch zur Verlängerung von zu süßen oder zu fruchtlastigen Müslis eignen sie sich.
Vergleichbare Haferflocken gibt es natürlich von vielen Herstellern (mit oder ohne Bio-Siegel), wobei sich die Köllnflocken als echte Zartblatt-Flocken von den üblichen Kleinblatt-Flocken absetzen. Noch zarter sind praktisch nur die breiartigen Quaker Oats.
Während die sonstigen „Fleks“ aus dem Hause Kölln meist sehr zuckrig sind, bestehen die Haferfleks mit Kleie hauptsächlich aus Haferkleie, Maismehl und dem „prebiotisch wirkenden Ballaststoff“ Inulin. Hafer und Mais passen erstaunlich gut zusammen und entfalten einen milden, angenehm dezenten Geschmack.
Eine Alternative zu den leicht löslichen Köllnflocken Instant sind die Haferkleie-Flocken. Sie schmecken ein wenig herber als die löslichen Haferflocken und senken angeblich bei dauerndem Gebrauch den Cholesterinspiegel. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich allerdings bei den normalen Haferflocken bleiben (aber ich mache mir auch keine Sorgen um meinen Cholesterinspiegel).
Die Instantflocken runden das reine Hafersegment von Peter Kölln ab: Für diese Flocken werden „gemahlene Haferkerne (Hafer-Vollkornmehl) zu sofort löslichen, hauchzarten Flocken verarbeitet, die sich in kalten und heißen Flüssigkeiten schnell auflösen“. Damit lassen sich vor allem Milch (bzw. Milchshakes) und Säfte sehr einfach anreichern. Mit einem simplen Bananen-Milchshake (2 Bananen mit 750 ml Milch, einem Schuss Zitronensaft, 150 g Instantflocken und etwas Vanille mixen) kommt man locker durch einen halben Tag.
Die Instantflocken gibt es übrigens auch in einer Bio-Variante (Schmelzflocken, mit Vitamin B1-Zusatz), die für Säuglinge gedacht ist.
Direkte Konkurrenz ist – anders als bei den normalen Haferflocken – etwas seltener, wenn man von den Alnatura Bio-Schmelzflocken absieht. Allerdings bestehen alle reinen Haferbreie für Säuglinge ebenfalls aus Vollkorn-Hafermehl und schmecken auch ziemlich ähnlich.
Peter Kölln bietet Hafer in nahezu jedem Aggregatzustand an. Neben den blütenzarten Köllnflocken aus Hafergrütze gibt es mit Köllns Echten Kernigen auch „Hafer-Vollkornflocken, die aus ausgesucht großen, ganzen Haferkernen hergestellt werden“. Der geschmackliche Unterschied ist recht groß.
Kernige Haferflocken sind natürlich kein besonders exklusives Produkt, aber die Kölln-Variante hat (wie die blütenzarten Köllnflocken auch) einen gewissen geschmacklichen Vorteil gegenüber den Angeboten der Konkurrenz.
Die Luxusvariante des probaten Müsliverdünners Haferflocken – aus kontrolliert-biologischem Anbau und aus verschiedenen Getreidesorten gemischt. Ziemlich lecker, aber auch ziemlich teuer.
Die zarte Variante der Multikorn-Flocken eignet sich wie die zarten Dinkelflocken als universelle Beimischung für Crunchy-Müslis und Müslis mit frischem Obst.
Es geht also auch anders: Die Multikorn-Variante der Fleks ist weniger süß und weniger knusprig als die konventionellen Kölln-Haferfleks. Außerdem wird sie aus Bio-Getreide hergestellt und hat einen weniger albernen Namen. Mit einer großzügigen Haferflocken-Beimischung (blütenzart oder kernig) ganz lecker.
Mit den Multikorn-Produkten wagt sich Kölln in den boomenden Bio-Sektor. Allerdings zeigt sich auch beim Mulitkon Früchte-Müsli Köllns unseliger Hang zu sehr süßen Mischungen, der die konventionellen Müslis (u.a. „Kölln Müsli Knusper Schoko-Krokant“) völlig indiskutabel macht. Mit hauseigenen Haferflocken gemischt, ist das Früchte-Müsli allerdings ganz in Ordnung.
Dieses Produkt läuft bei Kölln unter „traditionelle Cerealien“, wobei es angeblich anders als diese seinen „atürlichen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen“ behält. Nun ja. Knusprig sind die Fleks tatsächlich (auch nach längerem Aufenthalt in Milch), und der Zuckergehalt gleicht dem von Special K. Allerdings hätte es auch etwas weniger Knusprigkeit getan, damit man beim Essen wenigstens noch anderen Leuten zuhören kann. Und der Name ist auch ziemlich albern.