Alnatura ist einer der größten Vermarkter ökologisch angehauchter Produkte in Deutschland. Eigentlich handelt es sich also nicht um einen echten Hersteller, aber die tatsächlichen Produzenten werden konsequent verschwiegen.
Die Alnatura-Müslis sind unterschiedlich lecker, aber die angebotenen Getreideflocken sind durchgehend zu hart und wenig aromatisch. Der einzige Vorteil besteht im relativ niedrigen Preis (sogar gegenüber konventionellen Markenflocken), deshalb breite ich den Mantel des Schweigens über die einzelnen Varianten und verweise stattdessen auf die wundervollen Spielberger-Flocken.
Das Babymüsli von Alnatura ist völlig anders konzipiert als die Kindervariante: Statt Hafer enthält es hauptsächlich Weizen, es ist deutlich getreidelastiger (90%), und der Fruchtanteil beschränkt sich auf Bananen und Äpfel. Das ist aber angesichts der Zielgruppe (ab dem 6. Monat) auch ganz in Ordnung.
Anders als die großblättrige Schneekoppe-Basis passt die Alnatura-Version nicht sehr gut zu kernigen und fruchtreichen Müslis. Dafür eignet sie sich erstaunlich gut, um gemeinsam mit Krunchy Pur ein se- und leinsamiges Krunchy-Müsli mit variablem Krunchy-Anteil zu bilden.
e.Die Alnatura-Cornflakes sind angesichts der ansonsten durchgängig leckeren Cereals-Palette eine herbe Enttäuschung: Sie schmecken wie gezuckerte Pappe. Ähnlich wie Seitenbacher setzt Alnatura eine andere, hellere Maissorte ein als die meisten Cornflakes-Hersteller, schafft es aber, sie fad und gleichzeitig zu süß schmecken zu lassen. Das ist natürlich eine interessante lebensmitteltechnische Leistung, aber keine, der zu applaudieren ich bereit wäre.
Obwohl die ungesüßten Alnatura-Cornflakes aus demselben Mais bestehen wie ihre gesüßten Verwandten sind sie deutlich leckerer – ganz offensichtlich verträgt sich der helle, relativ neutral schmeckende Mais nur schlecht mit Zuckerzusatz. Dazu passt, dass die Flakes nur 1,1% Zucker enthalten (zum Vergleich: ungesüßte Seitenbacher-Cornflakes bestehen zu 3% aus Zucker). Außerdem verzichtet Alnatura auf den beliebten Gerstenmalz, der nicht nur der schwäbischen Konkurrenz ein etwas kräftigeres Aroma verleiht. Schmeckt trotzdem.
Meine Vorliebe für beerige Müslis lässt mich immer mal wieder den gesunden Menschenverstand ausschalten. Hätte ich ihn nicht ignoriert, hätte er darauf hingewiesen, dass gefriergetrocknete Beeren in Verbindung mit relativ viel Zucker nach Speiseeis oder Kaugummi schmecken. Bezogen auf das Waldbeer-Crunchy von Alnatura stimmt das leider auch.
Alnatura bietet mit Hafer-Crunchy, Dinkel-Crunchy (in verschiedenen Geschmacksrichtungen) und eben Dinkel-Hafer-Crunchy eine ganze Batterie verschiedener Röstflocken an. Letzere Variante zeichnet sich dadurch aus, dass sie – wie das große Vorbild nur mit Reissirup gesüßt wird. Ernährungsphysiologisch liegt sie mit einem hohen Getreideanteil (60% Vollkornflocken) und entsprechend geringerem Zucker- und Fettgehalt (12,8% bzw. 12,6%) sogar leicht vorn, aber geschmacklich können sie mit Krunchy Pur nicht ganz mithalten.
Dinkel konkurriert mit Hafer nicht nur um den Titel des gesündesten Getreides, sondern kann sich auch geschmacklich am ehesten mit meinem Favoriten messen.
Alnatura lässt als einer der wenigen Babykost-Hersteller fast jedes Getreide in den Genuss eines eigenen Breichens kommen. Der (Weizen-)Grießbrei schmeckt zwar weniger lecker als seine Hafer- und Dinkel-Pendants, aber auch weniger fad als Hirse- und Reisbrei.
In dieser Form – als gekochtes und getrocknetes Vollkornmehl – hat Hafer geschmacklich nur noch wenig zu tun mit meinem Lieblingsgetreide (besonders im Vergleich mit den Kölln Instant-Flocken bzw. Schmelzflocken). Trotzdem bleibt Hafer auch als sortenreiner Getreidebrei mein Lieblingskorn.
Dieses Müsli aus der Serie Alnatura Sélection teilt nicht umsonst das Packungsdesign mit allerlei kandierten und schokolierten Früchten. Angeblich ist es erlesen fruchtig
, tatsächlich vor allem sehr süß. Selbt mit einem guten Schuss Getreide stopft es ziemlich, was aber nicht weiter verwunderlich ist: Neben Honig, Maissirup und Rohrohrzucker enthält es reichlich Butter, Rapsöl und Palmfett. Nicht unbedingt das, was ich einem gesundheitsorientierten Müsliinteressenten empfehlen würde, KBA hin oder her.
Der Hirsebrei liegt geschmacklich zwischen der Nulllösung (Reisschleim) und den etwas kräftigeren Sorten Weizen, Dinkel und Hafer. Vorsichtige Eltern schätzen ihn wegen seiner Glutenfreiheit, aber sonst sehe ich kaum Vorteile.
Das Kinderfrüchtemüsli ist wie das Hipp Bircher-Müesli ein ganz normales Müsli, das vor dem Verpacken geschreddert wurde. Anders als die Hipp-Variante behält dieses Müsli aber auch in pulverisierter Form einige prägnante Geschmackseigenschaften: Man kann den hohen Haferanteil gut erschmecken, und auch die einzelnen Obstsorten bleiben unterscheidbar. Die Geschmacksintensität liegt ziemlich genau zwischem dem milden Baby-Müsli vom selben Hersteller und Mijn eerste Müsli von Bambix, das unverdünnt etwas sehr fruchtlastig ist.
Warum dieses Müsli als Maxi Müsli
bezeichnet wird, erschließt sich mir nicht so ganz. Vielleicht wegen der vielen verschiedenen Getreidesorten? Als Getreide dominiert jedenfalls Gerste (trotz des höheren Haferanteils), hinzu kommen ein kräftiger Sesamgeschmack, prägende – weil ungehackte – Haselnüsse (5%) und natürlich die unvermeidlichen Sultaninen (16%). Der Geschmack geht in die Richtung des Original-Müslis von Rapunzel, wobei basic eindeutig die bessere Kopie im Angebot hat.
Der Reisschleim ist so ziemlich das sanfteste Getreideprodukt auf dem Markt, und ohne Zimt und/oder Vanille sogar mir zu fad. Dafür können ihn vermutlich auch allergiegeplagte Babies gefahrlos futtern.