Dieser traditionsreiche Porridge-Hersteller wurde 1982 vom Konkurrenten Quaker Oats Ltd. übernommen.
Wie der Bauckhof präsentiert sich der Bio-Hersteller Allos als traditioneller Bauernhof. Ein besonderer Spleen scheinen exotische Getreide zu sein: Quinoa und vor allem Amaranth werden jedem zweiten Müsli oder Flockenprodukt beigemischt.
Diese Fixierung hängt offenbar damit zusammen, dass Firmengründer Walter Lang „Anfang der achtziger Jahre ... das 'Wunderkorn der Inkas' nach Deutschland“ brachte.
Alnatura ist einer der größten Vermarkter ökologisch angehauchter Produkte in Deutschland. Eigentlich handelt es sich also nicht um einen echten Hersteller, aber die tatsächlichen Produzenten werden konsequent verschwiegen.
Die Alnatura-Müslis sind unterschiedlich lecker, aber die angebotenen Getreideflocken sind durchgehend zu hart und wenig aromatisch. Der einzige Vorteil besteht im relativ niedrigen Preis (sogar gegenüber konventionellen Markenflocken), deshalb breite ich den Mantel des Schweigens über die einzelnen Varianten und verweise stattdessen auf die wundervollen Spielberger-Flocken.
Unter der naheliegenden Handelsmarke Bioladen bieten bundesweit mehr als 500 Bioläden Standardprodukte wie Milch an, darunter auch einige Getreideprodukte.
Eigentlich ein Obst- und Gemüsehändler mit Niederlassungen in Holland und Italien, bietet Bioorganic zur Abrundung seiner Produktpalette auch Trockenprodukte
an.
Die österreichische Bioquelle vermarktet Müslis unter dem Namen Knüsperli (bzw. Knusperli auf dem internationalen Markt).
Die Cereals-Hausmarke des Lidl-Konzerns.
Die Wilhelm Egle GmbH hat sich – ähnlich wie Hipp – einen ungünstigen Zeitpunkt für die Propagierung gesunder Ernährung ausgesucht: Die 50er und 60er Jahre waren bekanntermaßen kein gutes Terrain für ernährungsphysiologische Spitzfindigkeiten. Offenbar hat Egle aber seine Nische gefunden, denn das Unternehmen existiert bis heute und bietet eine seltsam unzusammenhängende, breite Palette an Gesundkost.
Die Zusammensetzung einiger Müslis erinnert sehr an die unter der Marke Alnatura angebotenen Kerndlmischungen, so dass vermutlich einer der von Alnatura hoch geschätzten Partner „in Produktion und Handel“ ist.
Etwas affig ist der stetig wiederholte Slogan „Pur aus der Natur! Nichts zugesetzt.“ Wenn das wörtlich gemeint wäre, enthielten die Packungen bloß einige Getreideähren zum Abnagen. Tatsächlich ist die Zutatenliste der meisten Mischungen ziemlich lang.
Die Marke Gittis Naturprodukte hat auf ihrem Heimatmarkt eine vergleichbare Position wie Schneekoppe in Deutschland, wobei das Sortiment stärker auf Getreideprodukte fokussiert ist.
Govinda importiert und fabriziert nicht einfach leckere, gesunde, exklusive etc. Produkte, sondern wichtige
(wie z.B. gesunde Schokoträume
).
Die C. Hahne Mühlenwerke GmbH & Co. KG ist einer der großen Cereals-Hersteller in Deutschland, der neben verschiedenen Handelsmarken auch die Flocken der eigenen Marke Hahne produziert. Interessanterweise bieten sie drei verschiedene Cornflakes-Varianten an.
Aus einer Idee wird eine Überzeugung: Die Familie Hipp hat zeitlich ziemlich genau zwischen der Reformbewegung und den Grünen begonnen, ökologischen Landbau zu betreiben. Die „mühevolle Überzeugungsarbeit“ bei den benachbarten Bauern, den das Hipp-Marketing auf den Packungen hervorhebt, kann ich mir lebhaft vorstellen.
Heute steht Hipp in der Sparte Babynahrung an erster Stelle – Konkurrenten wie Alete und Milupa können ihr nicht den Löffel reichen. Leider ist auch Hipp auf den unseligen Zug aufgesprungen, Milchbreie anzubieten, die gezuckertes Milchpulver enthalten, mit Wasser zubereitet werden und entsetzlich schmecken. Immerhin gibt es auch noch reine Getreidebreie.
Es kann natürlich auch eine geschickte Marketing-Strategie sein, aber eine Zentrale in Amsterdam und eine Niederlassung in Mexiko klingen schon sehr nach einem Hippie-Unternehmen. Jedenfalls bietet La Alternativa verschiedene Müslis auf ayurvedischer Basis sowie ayurvedische Tees an. Bring the temple home!
Ein traditionsreiches Unternehmen, dessen Kern – die Mühle – schon seit dem Jahr 1300 besteht. Bio-Getreideprodukte werden unter dem Markennamen Rosengarten vertrieben.
Das „weltweit führende Nahrungsmittelunternehmen“ stellt natürlich auch Müslis und Flocken her. Da ich kein beinharter Globalisierungskritiker bin, habe ich damit kein größeres Problem.
Nestlé ist außerdem „Cereal Partner“ der amerikanischen „General Mills“.
Die Plus-Kette wurde vor einiger Zeit von Netto übernommen – die BioBio-Linie wurde allerdings beibehalten.
Das Münsteraner Fachunternehmen für gesunde Ernährung und basische Körperpflege
bietet im Wesentlichen ein Cereal-Produkt an, aber auch die übrige Produktpalette ist bemerkenswert basisch.
Mr. C. W. Post gehört als Patient von John Harvey Kellogg und Erfinder der Grape Nuts zu den Pionieren des Cereal-Marktes, und auch die grandiose Idee, Weizen ohne jegliche Zusätze als Frühstücksbasis zu verkaufen, stammt von ihm.
Nachdem sich die Quäker 1982 den Konkurrenten A&R Scott einverleibt hatten, wurden sie selbst 2001 von Pepsico übernommen. Die Erkenntnis, dass ich Porridge von einem Softdrink-Hersteller beziehe, muss ich erstmal verdauen.
SPAR Österreich ist ein erstaunlich einfallsreicher Cereal-Anbieter mit einem umfangreichen Sortiment, das in zwei spezielle Produktlinien (gesundheitsorientiertes Vital und kontrolliert-biologisches Natur pur) eingeteilt ist.
Die Firma Seitenbacher stellt tatsächlich ganz hervorragende Müslis her. Da sitzen offenbar Leute, die den Müsli-Markt genau beobachten und buchstäblich hunderte von Sorten für jeden Geschmack kreieren. Viele Sorten sind erfreulicherweise nussfrei und liegen deshalb nicht so schwer im Magen.
Die Doppelnummerierung einzelner Seitenbacher-Müslis in verschiedenen Ländern erregt natürlich den Verdacht, dass die vielen hundert Müslisorten eher virtuell existieren. Andererseits ist das Angebot auch abzüglich der Doppelbezeichnungen schwer zu überschauen.
Das Müsli-Sortiment von Seitenbacher gliedert sich in drei Klassen:
Um eine Sache mal klarzustellen: Ich arbeite trotz der vielen gelisteten Seitenbacher-Müslis nicht für Seitenbacher, kassiere keine Provisionen und bin auch weder verwandt noch verschwägert mit den Besitzern. Wenn ich es täte bzw. wäre, würde ich mich für die unglaublich schlechte Website der Firma in Grund und Boden schämen. Nicht mal hübsche Bilder der eigenen Müslis gibt es da. Update 2008: Mittlerweile gibt es hübsche Bilder der Müslis und auch eine einigermaßen ansprechende Startseite.
Die österreichische Sonnentor Kräuterhandelsgesellschaft bietet eine solide Mischung aus Nostalgie und modernem Bio-Händler mit breitem Sortiment.
Die Spielberger Mühle verarbeitet wie der Konkurrent Seitenbacher regionales (baden-württembergisches) Getreide, setzt dabei aber konsequent auf Demeter-Qualität. Auch wenn ich die gestaltenden Kräfte des Kosmos
nicht so genau erschmecken kann – die Flocken sind erstklassig.
Die Mainzer Stengel GmbH ist ein reines Marketing- und Vertriebsunternehmen, wobei der Verzicht auf eigene Herstellung nicht unbedingt ehrenrührig ist. Die Mainzer Müslis werden jedenfalls in Österreich gemischt.
Nachdem die Geschäftsidee von mymuesli.de offensichtlich großartig funktioniert hat, lassen die Nachahmer natürlich nicht lange auf sich warten. The Cereal Club positioniert sich mit einigem Sicherheitsabstand zur Passauer mymuesli.de-Zentrale in Hamburg, was sich lediglich in der Getreidebasis Elbmix
und dem eher norddeutschen Namen einer Mixerin (Ann-Kristin) niederschlägt. Wenn man möchte, kann man die Differenz auch an den praktischen Faltschachteln mit verschweißtem Plastikbeutel (Hamburg) bzw. den bauchigen Müsli-Dosen mit Alubeschichtung (Passau) festmachen. Aber das ist vielleicht etwas weit hergeholt.
Wie es sich für einen aufstrebenden Konkurrenten gehört, ist The Cereal Club jedenfalls deutlich preiswerter als der süddeutsche Platzhirsch.
Dem günstigeren Preis steht allerdings auch eine notorische Knausrigkeit bei den Zutaten gegenüber. Im November 2010 hat sich der Abstand zwischen Passau und Hamburg allerdings etwas verkürzt: Die Ausgangsmenge der Mischungen wurde auf 700g gesenkt, so dass die norddeutschen Müslis etwas teurer wurden, aber auch weniger getreidig schmecken.
Ein österreichischer Anbieter von Naturprodukten mit einem gewissen Schwerpunkt auf Getreideprodukten.
Zentraler Gedanke unseres gesamten Handelns ist, Verantwortung zu übernehmen.
Ein hoher Anspruch für einen Keks- und Müslihersteller.
Die Gutschermühle Traismauer verkauft unter dem Markennamen Willi Dungl recht ausgewöhnliche Müsli-Kreationen.
Neben der kompletten Produktpalette von Alnatura führt dm unter der Eigenmarke „Babylove“ nicht nur Windeln, Cremes und Feuchttücher, sondern auch Babybreie. Warum auch immer.
Granovita ist neben Eden einer der großen Namen in deutschen Reformhäusern – mit einem entsprechend breiten Sortiment. Auf einigen der Produkte ist das DE-VAU-GE-Gesundkostwerk als Hersteller ausgewiesen.
Ende 2007 bin ich auf mymuesli.de aufmerksam worden. Eigentlich sollte mit dieser großartigen Geschäftsidee – das perfekte Müsli aus kontrolliert-biologischem Anbau, hergestellt nach eigenen Vorgaben – das „Ende der Geschichte“ (F. Fukuyama) der standardisierten Müslimischungen eingeleitet worden sein. Eigentlich? Ich musste erfahren, dass das perfekte Müsli für den Laien ähnlich schwer zu planen ist wie das perfekte Verbrechen.
Mein erster Test verlief etwas ernüchternd. Ich bestellte vier Mischungen, für die ich mich was schämen sollte. Deshalb nehme ich sie auch nicht in die offizielle Liste auf. Nur so viel:
Zu den ungeschickten Mischungen gesellte sich eine lieblose Mischung. Obwohl auf jeder Packung die Zutat „viel Liebe“ aufgeführt ist, wurden die Zutaten offenbar einfach in die Packungen gestopft – alles Zuckerhaltige klebte zusammen und musste erst zerpflückt und durchgeschüttelt werden.
Was die Zutaten selbst angeht: Die Haselnüsse waren viel zu bitter (gehackte Haselnüsse gab es nicht), und die Cornflakes zu stark geröstet (Müslis vertragen nur milde Cornflakes, am besten die von Seitenbacher).
Aber wer nicht wagt – beim zweiten Testlauf habe ich versucht, meine Lieblingsmüslis nachzubauen und zu vereinfachen: Mo'berry (#430096) besteht nur aus Mandeln, Weizen-, Hirse- und Haferflocken, Erdbeeren, Himbeeren und Sonnenblumenkernen. Nach aller Logik sollte es sehr gut schmecken, vielleicht sogar so gut wie Seitenbachers #545. Weit gefehlt. Die Weizen- und Hirseflocken sind sehr getreidig, und auch die vermeintlich großzügige Beerenbeigabe kann den muffigen Grundgeschmack nicht überdecken. Soll ich aufgeben?
Eher nicht. Beim dritten Anlauf überrascht mymyesli.de mich mit deutlich verbesserten Zutaten. Statt der harten, herben und muffigen Selbstgequetschten werden jetzt professionelle hergestellte, kernige und aromatische Getreideflocken verwendet. Auch die zuckerhaltigen Zutaten kleben nicht mehr in großen Brocken zusammen, und die Früchte sind erheblich aromatischer.
Ich bin versöhnt, und der einzige Wermutstropfen bleibt der Preis, der sehr schnell die Marke von 10 Euro/kg übersteigt.