Hersteller

3 Pauly

3 Pauly ist Spezialist für Backwaren, Backzutaten und Glutenunverträglichkeit. Das Firmenmotto „Sensitiver Genuss“ beschwört unschöne Bilder von sehr empfindlichen und außerordentlich schwierigen Reformhauskunden herauf.

Allos

Wie der Bauckhof präsentiert sich der Bio-Hersteller Allos als traditioneller Bauernhof. Ein besonderer Spleen scheinen exotische Getreide zu sein: Quinoa und vor allem Amaranth werden jedem zweiten Müsli oder Flockenprodukt beigemischt.

Diese Fixierung hängt offenbar damit zusammen, dass Firmengründer Walter Lang „Anfang der achtziger Jahre ... das 'Wunderkorn der Inkas' nach Deutschland“ brachte.

Alnatura

Alnatura ist einer der größten Vermarkter ökologisch angehauchter Produkte in Deutschland. Eigentlich handelt es sich also nicht um einen echten Hersteller, aber die tatsächlichen Produzenten werden konsequent verschwiegen.

Die Alnatura-Müslis sind unterschiedlich lecker, aber die angebotenen Getreideflocken sind durchgehend zu hart und wenig aromatisch. Der einzige Vorteil besteht im relativ niedrigen Preis (sogar gegenüber konventionellen Markenflocken), deshalb breite ich den Mantel des Schweigens über die einzelnen Varianten und verweise stattdessen auf die wundervollen Spielberger-Flocken.

Bambix

Bambix, eine Marke des Nutricia-Konzerns, spielt in den Niederlanden eine ähnliche Rolle wie Alete, Hipp und Milupa in Deutschland. Allerdings sind die verschiedenen Breiprodukte nicht aus kontrolliert-biologischem Anbei, was auf dem zimperlichen deutschen Babymarkt völlig undenkbar wäre.

Barnhouse

Seltsamer Laden, der offenbar von einer Münchnerin (Sina Nagl) und einem Engländer (Neil Reen) in der Nähe von München gegründet wurde. Barnhouse verwendet nur kontrolliert biologische Zutaten, die hauptsächlich zu Krunchy verbacken werden.

Bioladen

Unter der naheliegenden Handelsmarke Bioladen bieten bundesweit mehr als 500 Bioläden Standardprodukte wie Milch an, darunter auch einige Getreideprodukte.

Bioorganic

Eigentlich ein Obst- und Gemüsehändler mit Niederlassungen in Holland und Italien, bietet Bioorganic zur Abrundung seiner Produktpalette auch Trockenprodukte an.

Bioquelle

Die österreichische Bioquelle vermarktet Müslis unter dem Namen Knüsperli (bzw. Knusperli auf dem internationalen Markt).

Bohlsener Mühle

Ein offenbar alteingesessener Naturkostanbieter, der mir bisher nicht aufgefallen war. Unter der Bezeichnung „Matinée“ mischen die Bohlsener nicht allzu teure Müslis.

Brinta

Das Unternehmen Brinta lebt hauptsächlich von einem Klassiker (Brinta), bemüht sich aber ähnlich wie das britische Pendant Weetabix um ein breiteres Portfolio (mit seltsamen Auswüchsen wie Brinta-Knäckebrot, vor allem aber mit pappsüßen Varianten des ursprünglichen Produkts).

C1000

Die niederländische C1000-Kette ist weniger gut sortiert als sein direkter Konkurrent Plus, verfügt dafür aber über strategisch gut platzierte Filialen.

Crownfield

Die Cereals-Hausmarke des Lidl-Konzerns.

DE-VAU-GE Gesundkostwerk

Dieses flexible Unternehmen beliefert Reformhäuser, aber auch Aldi (Süd) in großem Stil: Brotaufstriche und Sojaprodukte der Marke Le Gusto und Cereals der Marke Knusperone sowie Belight stammen vom Lüneburger Hersteller, wie auch die bei Plus erhältlichen Family Cornflakes.

Edeka

Auch Edeka hält sich bedeckt, was die Hersteller der Eigenmarke „Bio Wertkost“ angeht.

Egle

Die Wilhelm Egle GmbH hat sich – ähnlich wie Hipp – einen ungünstigen Zeitpunkt für die Propagierung gesunder Ernährung ausgesucht: Die 50er und 60er Jahre waren bekanntermaßen kein gutes Terrain für ernährungsphysiologische Spitzfindigkeiten. Offenbar hat Egle aber seine Nische gefunden, denn das Unternehmen existiert bis heute und bietet eine seltsam unzusammenhängende, breite Palette an Gesundkost.

Die Zusammensetzung einiger Müslis erinnert sehr an die unter der Marke Alnatura angebotenen Kerndlmischungen, so dass vermutlich einer der von Alnatura hoch geschätzten Partner „in Produktion und Handel“ ist.

Etwas affig ist der stetig wiederholte Slogan „Pur aus der Natur! Nichts zugesetzt.“ Wenn das wörtlich gemeint wäre, enthielten die Packungen bloß einige Getreideähren zum Abnagen. Tatsächlich ist die Zutatenliste der meisten Mischungen ziemlich lang.

General Mills

General Mills ist einer der größten Getreideverarbeiter der USA und genießt als solcher keinen einwandfreien Ruf. Außerdem paktiert er außerhalb seines Kernlandes mit Nestlé, was Raum für umfangreiche Verschwörungstheorien lässt.

Govinda

Govinda importiert und fabriziert nicht einfach leckere, gesunde, exklusive etc. Produkte, sondern wichtige (wie z.B. gesunde Schokoträume).

Hahne

Die C. Hahne Mühlenwerke GmbH & Co. KG ist einer der großen Cereals-Hersteller in Deutschland, der neben verschiedenen Handelsmarken auch die Flocken der eigenen Marke Hahne produziert. Interessanterweise bieten sie drei verschiedene Cornflakes-Varianten an.

Hensel

Als Getreide-Marke des Unternehmens Schoenenberger bietet Hensel neben Müsli auch Sauerteig, Mehl und Sojaprodukte an. Schoenenberger selbst steht für Heil- und Pflanzensäfte.

Hipp

Aus einer Idee wird eine Überzeugung: Die Familie Hipp hat zeitlich ziemlich genau zwischen der Reformbewegung und den Grünen begonnen, ökologischen Landbau zu betreiben. Die „mühevolle Überzeugungsarbeit“ bei den benachbarten Bauern, den das Hipp-Marketing auf den Packungen hervorhebt, kann ich mir lebhaft vorstellen.

Heute steht Hipp in der Sparte Babynahrung an erster Stelle – Konkurrenten wie Alete und Milupa können ihr nicht den Löffel reichen. Leider ist auch Hipp auf den unseligen Zug aufgesprungen, Milchbreie anzubieten, die gezuckertes Milchpulver enthalten, mit Wasser zubereitet werden und entsetzlich schmecken. Immerhin gibt es auch noch reine Getreidebreie.

Kellogg's

Der ehrenwerte Erfinder der gerösteten Maisflocken.

Kölln

Haferspezialist seit 1820 und Hersteller der berühmten blütenzarten bzw. kernigen Haferflocken. Abgesehen von den reinen Haferprodukten steht Kölln leider auf dem Standpunkt, dass Cerealien sehr süß sein sollten.

La Alternativa

Es kann natürlich auch eine geschickte Marketing-Strategie sein, aber eine Zentrale in Amsterdam und eine Niederlassung in Mexiko klingen schon sehr nach einem Hippie-Unternehmen. Jedenfalls bietet La Alternativa verschiedene Müslis auf ayurvedischer Basis sowie ayurvedische Tees an. Bring the temple home!

Martin Evers Naturkost

Ähnlich wie Hipp hat sich Martin Evers aus einer kleinen Babykost-Klitsche zu einem mittelständischen Unternehmen entwickelt. Allerdings der schlaue Herr Evers das Sortiment frühzeitig um Sojaprodukte, Aufstriche und ähnliche Reformhaussachen erweitert.

Milupa

Milupa stellt Babynahrung in allen Varianten her. Als Tochterunternehmen des krakenhaften Lebensmittelkonzerns Danone genießt Milupa keinen so untadeligen Ruf wie das brave Familienunternehmen Hipp. Allerdings zieht sich Hipp in den letzten Jahren aus dem Segment der reinen Getreidebreie zurück (und bietet hauptsächlich Milchbreie an).

Minderleinsmühle

Ein traditionsreiches Unternehmen, dessen Kern – die Mühle – schon seit dem Jahr 1300 besteht. Bio-Getreideprodukte werden unter dem Markennamen Rosengarten vertrieben.

Nature's Path

Der Auftritt und das Selbstverständnis dieses amerikanischen Cereal-Produzenten ähnelt dem meines favorisierten Grocery Store: Trader Joe's. Leider teilen beide einen entscheidenden Nachteil – ihre Filialen bzw. Produkte sind nur in den Vereinigten Staaten von Amerika zu finden. Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass allein dieser Unterschied zwischen den USA und Europa mich vor einiger Zeit fast bewogen hätte, nach Kalifornien umzusiedeln.

Naturkind

Die Bio-Marke von Kaiser's und Tengelmann.

Nestlé

Das „weltweit führende Nahrungsmittelunternehmen“ stellt natürlich auch Müslis und Flocken her. Da ich kein beinharter Globalisierungskritiker bin, habe ich damit kein größeres Problem.

Nestlé ist außerdem „Cereal Partner“ der amerikanischen „General Mills“.

Netto

Die Plus-Kette wurde vor einiger Zeit von Netto übernommen – die BioBio-Linie wurde allerdings beibehalten.

Nordgetreide

Der Discounter Lidl bezieht seine unter der Marke „Crownfield“ vertriebenen Frühstücksflocken von der Firma Nordgetreide. Das Unternehmen ist Spezialist für die Maisverarbeitung – dank einer eigenen Maismühle ist es ihm möglich, die Qualität der Rohware und Endprodukte „vom Feld bis auf den Frühstücksteller“ zu kontrollieren.

P. Jentschura

Das Münsteraner Fachunternehmen für gesunde Ernährung und basische Körperpflege bietet im Wesentlichen ein Cereal-Produkt an, aber auch die übrige Produktpalette ist bemerkenswert basisch.

Plus (NL)

Eine Plus-Einzelhandelskette gibt es auch in den Niederlanden, allerdings bewegt sie sich eher im Premium-Bereich.

Post

Mr. C. W. Post gehört als Patient von John Harvey Kellogg und Erfinder der Grape Nuts zu den Pionieren des Cereal-Marktes, und auch die grandiose Idee, Weizen ohne jegliche Zusätze als Frühstücksbasis zu verkaufen, stammt von ihm.

Quaker Oats Ltd.

Nachdem sich die Quäker 1982 den Konkurrenten A&R Scott einverleibt hatten, wurden sie selbst 2001 von Pepsico übernommen. Die Erkenntnis, dass ich Porridge von einem Softdrink-Hersteller beziehe, muss ich erstmal verdauen.

REWE

Der Handelsriese REWE nennt seine Zulieferer im Bereich der Bio-Cerealien nicht.

Rapunzel

Dieser Mitspieler im Kerndl-Markt setzt etwas weniger auf Sortenvielfalt als Seitenbacher, aber dafür konsequent auf biologischen Anbau. Insgesamt sind die Rapunzel-Müslis deutlich sättigender als die leichten Seitenbacher-Kreationen. Mit dem Slogan „Wir machen Bio aus Liebe“, dem Gründungsjahr 1974 und der Domain muesli.de sammelt Rapunzel ziemlich viele Sympathiepunkte.

SPAR Österreich

SPAR Österreich ist ein erstaunlich einfallsreicher Cereal-Anbieter mit einem umfangreichen Sortiment, das in zwei spezielle Produktlinien (gesundheitsorientiertes Vital und kontrolliert-biologisches Natur pur) eingeteilt ist.

Schneekoppe

Ein ehrwürdiger Teil der deutschen Reform-Bewegung (gegründet 1927) mit dem prägnanten Slogan „Einfach gesund leben“. Wer wollte das nicht?

Seitenbacher

Die Firma Seitenbacher stellt tatsächlich ganz hervorragende Müslis her. Da sitzen offenbar Leute, die den Müsli-Markt genau beobachten und buchstäblich hunderte von Sorten für jeden Geschmack kreieren. Viele Sorten sind erfreulicherweise nussfrei und liegen deshalb nicht so schwer im Magen.

Die Doppelnummerierung einzelner Seitenbacher-Müslis in verschiedenen Ländern erregt natürlich den Verdacht, dass die vielen hundert Müslisorten eher virtuell existieren. Andererseits ist das Angebot auch abzüglich der Doppelbezeichnungen schwer zu überschauen.

Das Müsli-Sortiment von Seitenbacher gliedert sich in drei Klassen:

  • Einfache Müslis: Diese Müslis werden meist in 1000g-Packungen angeboten und sind vergleichsweise günstig. Sie sind in Ordnung, schmecken aber nicht überragend.
  • Premium-Müslis: In 750g-Packungen sind die Seitenbacher-Spezialitäten erhältlich. Dazu zählen viele meiner Favoriten.
  • Bio-Müslis: Die Spitzenmüslis werden in Verpackungen aus Aluminium (500g) verkauft und schmecken fast durchgehend überragend.

Um eine Sache mal klarzustellen: Ich arbeite trotz der vielen gelisteten Seitenbacher-Müslis nicht für Seitenbacher, kassiere keine Provisionen und bin auch weder verwandt noch verschwägert mit den Besitzern. Wenn ich es täte bzw. wäre, würde ich mich für die unglaublich schlechte Website der Firma in Grund und Boden schämen. Nicht mal hübsche Bilder der eigenen Müslis gibt es da. Update 2008: Mittlerweile gibt es hübsche Bilder der Müslis und auch eine einigermaßen ansprechende Startseite.

Sonnentor

Die österreichische Sonnentor Kräuterhandelsgesellschaft bietet eine solide Mischung aus Nostalgie und modernem Bio-Händler mit breitem Sortiment.

Spielberger

Die Spielberger Mühle verarbeitet wie der Konkurrent Seitenbacher regionales (baden-württembergisches) Getreide, setzt dabei aber konsequent auf Demeter-Qualität. Auch wenn ich die gestaltenden Kräfte des Kosmos nicht so genau erschmecken kann – die Flocken sind erstklassig.

Stengel

Die Mainzer Stengel GmbH ist ein reines Marketing- und Vertriebsunternehmen, wobei der Verzicht auf eigene Herstellung nicht unbedingt ehrenrührig ist. Die Mainzer Müslis werden jedenfalls in Österreich gemischt.

The Cereal Club

Nachdem die Geschäftsidee von mymuesli.de offensichtlich großartig funktioniert hat, lassen die Nachahmer natürlich nicht lange auf sich warten. The Cereal Club positioniert sich mit einigem Sicherheitsabstand zur Passauer mymuesli.de-Zentrale in Hamburg, was sich lediglich in der Getreidebasis Elbmix und dem eher norddeutschen Namen einer Mixerin (Ann-Kristin) niederschlägt. Wenn man möchte, kann man die Differenz auch an den praktischen Faltschachteln mit verschweißtem Plastikbeutel (Hamburg) bzw. den bauchigen Müsli-Dosen mit Alubeschichtung (Passau) festmachen. Aber das ist vielleicht etwas weit hergeholt.

Wie es sich für einen aufstrebenden Konkurrenten gehört, ist The Cereal Club jedenfalls deutlich preiswerter als der süddeutsche Platzhirsch.

Dem günstigeren Preis steht allerdings auch eine notorische Knausrigkeit bei den Zutaten gegenüber. Im November 2010 hat sich der Abstand zwischen Passau und Hamburg allerdings etwas verkürzt: Die Ausgangsmenge der Mischungen wurde auf 700g gesenkt, so dass die norddeutschen Müslis etwas teurer wurden, aber auch weniger getreidig schmecken.

Trader Joe's

Trader Joe's ist eine kleine US-Handelskette, die vor allem Bio-Produkte und anderes gesundes Zeug anbietet. Wenn ich jemals ins US-amerikanische Exil gehen müsste, würde sie mir diesen Schritt sehr erleichtern. Wie jede anständige Handelskette verfügt auch Trader Joe's über eine eigene Marke, unter der verschiedene Cereals angeboten werden.

Verival

Ein österreichischer Anbieter von Naturprodukten mit einem gewissen Schwerpunkt auf Getreideprodukten.

Weetabix

Das gleichnamige Produkt ist eine englische Institution, das angeblich auch vom Königshaus goutiert wird.

Whole Earth

Zentraler Gedanke unseres gesamten Handelns ist, Verantwortung zu übernehmen. Ein hoher Anspruch für einen Keks- und Müslihersteller.

Willi Dungl

Die Gutschermühle Traismauer verkauft unter dem Markennamen Willi Dungl recht ausgewöhnliche Müsli-Kreationen.

Yannick + Fee

Die Bio-Marke des Jahres 2008 stammt aus der Schweiz und hat – natürlich – einige Müeslis im Sortiment.

basic bio

Wie bei Aldi und Lidl würde ich auch im Fall des Bio-Supermarktes basic gern den tatsächlichen Hersteller der Eigenmarke basic als Hersteller aufführen, leider ist er auf den Packungen nicht erkennbar.

bio familia

Diese Firma bewahrt das Erbe des Dr. Maximilian Bircher-Benner, indem sie dessen Müesli nach Originalrezept herstellt und vertreibt. Auf dem deutschen Markt ist sie indirekt durch den Lizenznehmer dennree und den Importeur Starkfried präsent.

denree

Ähnlich wie Alnatura ist denree kein echter Hersteller, sondern ein Großhändler mit eigener (gleichnamiger) Handelsmarke.

dm

Neben der kompletten Produktpalette von Alnatura führt dm unter der Eigenmarke „Babylove“ nicht nur Windeln, Cremes und Feuchttücher, sondern auch Babybreie. Warum auch immer.

granovita

Granovita ist neben Eden einer der großen Namen in deutschen Reformhäusern – mit einem entsprechend breiten Sortiment. Auf einigen der Produkte ist das DE-VAU-GE-Gesundkostwerk als Hersteller ausgewiesen.

mymuesli.de

Ende 2007 bin ich auf mymuesli.de aufmerksam worden. Eigentlich sollte mit dieser großartigen Geschäftsidee – das perfekte Müsli aus kontrolliert-biologischem Anbau, hergestellt nach eigenen Vorgaben – das „Ende der Geschichte“ (F. Fukuyama) der standardisierten Müslimischungen eingeleitet worden sein. Eigentlich? Ich musste erfahren, dass das perfekte Müsli für den Laien ähnlich schwer zu planen ist wie das perfekte Verbrechen.

Mein erster Test verlief etwas ernüchternd. Ich bestellte vier Mischungen, für die ich mich was schämen sollte. Deshalb nehme ich sie auch nicht in die offizielle Liste auf. Nur so viel:

  • Simple Mohn (#87804) – Durch den Mohn ganz interessant, sonst viel zu herb.
  • Chewy Chicken (#87822) – Noch herber, praktisch ungenießbar.
  • Matsch (#87800) – Eine gezielt matschige Mischung, schmeckt aber praktisch nur nach Getreide (die Kokosflocken und Cranberries kommen gegen die ganzen Flocken nicht an).
  • Asian Fanatic/Asiatic (#87813) – Nur Getreide. Warum habe ich das getan?

Zu den ungeschickten Mischungen gesellte sich eine lieblose Mischung. Obwohl auf jeder Packung die Zutat „viel Liebe“ aufgeführt ist, wurden die Zutaten offenbar einfach in die Packungen gestopft – alles Zuckerhaltige klebte zusammen und musste erst zerpflückt und durchgeschüttelt werden.

Was die Zutaten selbst angeht: Die Haselnüsse waren viel zu bitter (gehackte Haselnüsse gab es nicht), und die Cornflakes zu stark geröstet (Müslis vertragen nur milde Cornflakes, am besten die von Seitenbacher).

Aber wer nicht wagt – beim zweiten Testlauf habe ich versucht, meine Lieblingsmüslis nachzubauen und zu vereinfachen: Mo'berry (#430096) besteht nur aus Mandeln, Weizen-, Hirse- und Haferflocken, Erdbeeren, Himbeeren und Sonnenblumenkernen. Nach aller Logik sollte es sehr gut schmecken, vielleicht sogar so gut wie Seitenbachers #545. Weit gefehlt. Die Weizen- und Hirseflocken sind sehr getreidig, und auch die vermeintlich großzügige Beerenbeigabe kann den muffigen Grundgeschmack nicht überdecken. Soll ich aufgeben?

Eher nicht. Beim dritten Anlauf überrascht mymyesli.de mich mit deutlich verbesserten Zutaten. Statt der harten, herben und muffigen Selbstgequetschten werden jetzt professionelle hergestellte, kernige und aromatische Getreideflocken verwendet. Auch die zuckerhaltigen Zutaten kleben nicht mehr in großen Brocken zusammen, und die Früchte sind erheblich aromatischer.

Ich bin versöhnt, und der einzige Wermutstropfen bleibt der Preis, der sehr schnell die Marke von 10 Euro/kg übersteigt.