7.3 Die Kreuzzüge

Durch die Kreuzzüge wurde zum ersten Mal ein breites Interesse am Mittelmeerraum in den Staaten nördlich der Pyrenäen und Alpen geweckt. Bis etwa 1100 war nur einer kleinen Gruppe von Hofleuten und Händlern dieser Bereich persönlich bekannt gewesen. Auch der Handel war meist über Zwischenhändler (z.B. in Südfrankreich) abgewickelt worden.

Der reine Landweg in das Heilige Land war nicht möglich, deshalb hatten die Kreuzfahrer einen hohen Bedarf an Schiffen, die sie in den Seestädten anmieteten. Der erhöhte Schiffsverkehr von Menschen und Waren förderte auch den Austausch von Kultur und Wissen zwischen Westeuropa und dem Mittelmeerraum.

Auch die drei Teile des Mittelmeerraumes (der Westen mit Spanien, die Mitte mit Italien und der Osten mit dem Balkan) näherten sich im 12. Jahrhundert mehr und mehr an. Allerdings wurden die religiösen Unterschiede zwischen der römischen und der orthodoxen Kirche seit 1150 stärker betont, Mischehen wurden verurteilt. Das Vordringen beschränkte sich auf die Lateiner, der Osten (sowohl der byzantinisch-griechische als auch der arabische) reagierte mit Abschottung. Die Verständigung beschränkte sich auf die lingua franca, eine Handelssprache mit romanischen, griechischen und arabischen Elementen: ein echtes Verständnis entwickelte sich nicht. Im Westen entstand durch zurückkehrende Händler und Kreuzfahrer das Bild des „treulosen“ Griechen.

Die Kreuzfahrerstaaten wurden nach der Eroberung Jerusalems am 15. Juli 1099 als westliche „Kolonien“ (nicht im neuzeitlichen Sinn) von französischen Fürsten gegründet. Es gab fünf Hauptgebiete: das Königreich Jerusalem (bis 1291, ab 1187 ohne Jerusalem selbst), das Fürstentum Antiocheia (bis 1268), die Grafschaft Tedessa und die Grafschaft Tripoli (bis 1289). Zwar hatten diese Staaten keine direkte Verbindung zu einem Mutterland, aber sie waren stark von der Unterstützung aus Frankreich abhängig.