7.1 Die Eroberungen der Normannen

Die Verdrängung der Langobarden und Araber aus Süditalien gelang erst den Normannen, die ab etwa 1000 in Unteritalien auftraten. In der älteren Literatur wurde die These vertreten, sie seien von den langobardischen Fürsten als Söldner angeworben worden. Dagegen nimmt man heute allgemein an, daß normannische Pilger, die entgegen den christlichen Geboten schwer bewaffnet waren, dem Grafen von Salerno gegen die Araber beistanden, worauf die langobardischen Fürsten und der Papst auf die ungewöhnliche Kampfkraft dieses Volkes aufmerksam wurden. Wegen des Geburtenüberschusses in der Normandie folgten normannische Krieger dem Ruf aus Italien gern. Sie wurden meist für ihre Dienste mit Siedlungsland belohnt. Auf der Synode von Melfi erkannten die Normannen unter Robert Güiscard die päpstliche Oberhoheit an, der ihnen im Gegenzug byzantinische Gebiete zusprach. In unglaublichem Tempo eroberten sie Unteritalien: 1071 fiel Bari, 1072 Palermo, 1076 schließlich Salerno, das letzte langobardische Fürstentum. Byzanz konnte dem Vordringen nichts entgegensetzen. Nach ihrer Eroberung Unteritaliens und der Gründung der Normannenstaaten (mit Tendenz zur östlichen Expansion) griffen die Normannen nun auf das byzantinische Kernland über und besetzten 1082 Dyrachium.