Charakteristisch für die marxistischen Elemente auch des Nachkriegsprogramms war der angenommene Zusammenhang von politischer und wirtschaftlicher Macht. Nur durch die Umstrukturierung der Wirtschaft zu einer sozialistischen Planwirtschaft glaubte man einen neuen Faschismus verhindern zu können. Viktor Agartz, der auf dem ersten Parteitag 1946 die wirtschaftspolitische Führung übernahm, plädierte für die Enteignung bestimmter Industrien (aber nicht für ihre Verstaatlichung im Interesse einer Partei, wie vom Leninismus gefordert) und einen starken Staat als lenkende Institution. Gegen diese anfangs vorherrschende Meinung setzten sich gegen Ende der 40er Jahre die freiheitlichen Sozialisten durch, die Sozialismus nicht mit Sozialisierung gleichsetzten, aber noch mehr auf eine staatliche Lenkung vertrauten. Andererseits sahen sie auch die Notwendigkeit des Wettbewerbs und legten den Schwerpunkt auf genossenschaftliche Produktions- und Besitzformen. Auf dem zweiten Parteitag 1948 verdrängte der freiheitliche Rudolf Zorn Agartz von der wirtschaftspolitischen Wortführerschaft.
Nach 1945 hofften viele europäische Völker auf den Sozialismus, auch in der deutschen CDU gab es einen sozialistischen Flügel. Noch 1945/6 erschien deshalb der Sozialismus auch in Westeuropa als Alternative zum kapitalistischen System. Erst der durch den staatlichen Dirigismus verursachte Hungerwinter 1946/7 brachte die Wende, hinzu kam der immer stärkere Wunsch nach Abgrenzung von der kommunistischen UDSSR und den Staaten des entstehenden Ostblocks. Besonders in der 1947 gegründeten Bizone setzten die gegenüber der britischen Labour-Regierung dominanten USA ihre wirtschaftspolitischen Vorstellungen durch, obwohl das Zentralamt für Wirtschaft der Bizone (das später in einen Wirtschaftsrat mit gewählten Direktoren umgewandelt wurde) zu Beginn unter der Leitung von Viktor Agartz stand. Auch viele Landesregierungen wurden noch von großen Koalitionen gebildet, in denen sozialdemokratische Wirtschaftspolitiker ihren Einfluß geltend machen konnten. Allerdings wurden Schumachers Hoffnungen auf eine Unterstützung der deutschen Sozialdemokraten durch Labour enttäuscht, der rechte Flügel der CDU und die unternehmerfreundliche FDP setzten sich durch. Die seit dem Februar 1947 tagende SPD-Kommission für Sozialisierung (Eisen, Chemie, Stahl, Kohle und Bankensektor) konnten ihre Vorschläge nicht als politische Direktive durchbringen, auch ein neuer Anlauf Konrad Deists 1953 scheiterte. Damit war das Ende der Sozialisierungsinitiativen gekommen. Einige parlamentarische Vorstöße in diese Richtung waren jeweils am Veto der Alliierten gescheitert.
Auf die Konfrontation mit dem bürgerlichen Lager und den Verlust des Wirtschaftsamtes im Juni 1947 reagierte Schumacher mit einem politischen Amoklauf und der Ablehnung sämtlicher Ämter. Zu dieser Zeit entstand auch der politische Gegensatz von SPD und CDU, zumal der linke Flügel der Christdemokraten von Adenauer geschickt entmachtet wurde. Schumacher setzte auf eine Profilierung in der Opposition, wodurch der Weg frei wurde für die wirtschaftspolitischen Thesen von Ludwig Erhard. Im Parlamentarischen Rat verzichtete die SPD – wie bereits erwähnt – sogar auf wirtschaftspolitische Akzente, da sie das Grundgesetz nur als Provisorium betrachtete und noch immer mit einem Sieg bei den Bundestagswahlen rechnete. In den ersten Jahren der Bundesrepublik gab es zwei grundsätzliche und gegensätzliche wirtschaftspolitische Entscheidungen: dem Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer in den Betrieben der Montanunion (1951) stand das unternehmerfreundliche Betriebsverfassungsgesetz (1952) gegenüber. Damit war die Sozialdemokratie in den Gründungsjahren einer neuen politischen Kultur mit ihrem wichtigsten Programmpunkt, der Sozialisierung, gründlich gescheitert. Mit ihrer Abgrenzung vom Staatskommunismus einerseits und dem Monopolkapitalismus amerikanischer Prägung andererseits hatte die SPD eine eigenständige Position in Europa und verfolgte dementsprechend auch einen dritten, europäischen Weg zwischen UDSSR und USA. Diese Linie wollte Schumacher vor allem durch die Einbindung der deutschen Sozialdemokraten in die Sozialistische Internationale unterstreichen, die ihm 1947 in Antwerpen gelang. 1951 konnte er als Gastgeber den Kongreß der Internationale in Frankfurt am Main eröffnen.