Mit dem Sieg bei Actium hatte Octavian endgültig alle möglichen Konkurrenten beseitigt und seine Position als mächtigster Mann des Reiches gesichert. Bis zu Mitte des Jahres 29 blieb er jedoch im Osten (im Winter 31 mußte er wegen Unruhen unter den Veteranen des Antonius kurzzeitig nach Rom) und überließ seinem Vertrauten Gaius Cilnius Maecenas die politischen Geschäfte. Ende Juli 30 nahm er mit seinem Heer vor Alexandria Aufstellung, am 1. August 30 wurde das Heer des Antonius besiegt, worauf dieser Selbstmord beging. Mit dem Einzug Octavians in Alexandria endete faktisch der Bürgerkrieg, der formell bereits im Jahr 39 für beendet erklärt worden war. Nach der offiziellen Darstellung in den fasti sollte an diesem Tag Geschäftsstillstand herrschen, „weil der Imperator Caesar die Republik von schlimmster Gefahr befreit hat“. Octavian blieb eine Weile in Alexandria, um den ptolemäischen Königsschatz in die Hände zu bekommen und mit Kleopatra zu verhandeln. Als diese erkannte, daß ihre Herrschaft nicht zu retten war und sie im Triumphzug als Gefangene mitgeführt werden sollte, beging sie Selbstmord. Horaz beschrieb Kleopatra zwar als Bedrohung Roms, zollte ihr aber für diesen Schritt, der einer Königin würdig sei, Respekt.
Bis zum Jahr 30 v. Chr. war das Ptolemäerreich, der letzte hellenistische Königsstaat, nicht eingezogen worden. Einerseits hätte das dem einziehenden römsichen Magistraten oder Feldherrn eine gewaltige Machtposition verschafft, was der Senat fürchtete, zum anderen hätten die römischen Gläubiger mit dem ägyptischen Herrscher auch irhen Schuldner verloren. Nun wurde Ägypten nicht, wie häufig in der Literatur zu lesen, zum „Krongut“ des Octavian, sondern zur regulären Provinz, allerdings mit drei Ausnahmen:
Nachdem Octavian die göttliche Verehrung des Antonius im Osten immer kritisiert hatte, konnte er nicht einfach die selben Formen übernehmen. Deshalb reagierte er auf Delegationen aus Asia und Pontos, die ihn um die Einrichtung eines Kultes für ihn baten, mit einer geteilten Regelung: den römischen Bürgern in den Provinzen wurde die Verehrung der Roma und Caesars erlaubt (womit Octavian nicht Objekt des Kultes, aber mit ihm verbunden war), die Griechen sollten Octavian selbst gemeinsam mit Roma verehren dürfen. Roma trat bei diesem Kult rasch in den Hintergrund. In Rom und Italien selbst gab es bis zum Tod des Augustus keinen Herrscherkult im engeren Sinn. Die Verehrung des Herrschers hatte zwar teilweise auch religiöse Formen, aber Augustus wurde definitiv nicht offiziell als Gott verehrt.
Dieses Ergebnis - die Alleinherrschaft Octavians - hatte nicht von Anfang an festgestanden: zu Beginn wra seine Position alles andere als günstig gewesen. Bis zur Schlacht von Philippi 42 wäre die Rückkehr zur Republik noch möglich gewesen, danach hatte Antonius noch bis 36 politisch und militärisch die bessere Position. Entscheidend war Octavians Anwesenheit im Machtzentrum des Reiches, in Rom, die ihm die Manipulation der politischen Entscheidungsträger ermöglichte. Erst seine Propaganda gegen den „östlichen“ Herrscher Antonius schuf die Einheit Italiens (und des Westens). Noch 91 hatte Rom gegen die verbündeten Italiker im Bundesgenossenkrieg kämpfen müssen, nun war ihm nach eigenen Worten „ganz Italien“ in seinem Zug gegen die orientalische Königin Kleopatra gefolgt.
Von den Anhängern des Antonius wurde „nur“ ein kleiner Teil hingerichtet, die übrigen wurden amnestiert, unter ihnen sogar einer der Konsuln von 32, die Octavian schwer bedrängt hatten. Die Kinder von Kleopatra und Antonius wurden im Triumphzug durch Rom geführt, später mit Klientelkönigen im Osten verheiratet. Antonius’ Sohn mit Fulvia und der Caesarsohn wurden hingerichtet. Im Osten übernahm Octavian die Politik seines Vorgängers und schuf starke Klientelkönige. Lediglich die Schenkungen von römischem Territorium wurden rückgängig gemacht.
Mitte 29 kehrte Octavian nach Rom zurück und feierte im August drei Triumphe: für seine illyrischen Siege, für Actium und für die Eroberung Alexandrias. An die Truppen und die Plebs wurden gewaltige Summen aus dem ägyptischen Schatz gezahlt, wodurch die im Bürgerkrieg ins Stocken gekommene Wirtschaft einen Aufschwung nahm.
Nun stellte sich das Problem der Ausgestaltung seiner Position: das Beispiel Caesars hatte gezeigt, daß eine offene Monarchie unmöglich war, sie war es auch jetzt, nach 15 Jahren des Bürgerkriegs, auch wenn die Toleranz des Volkes erheblich erweitert worden war. Cassius Dio beschreibt in seiner römischen Geschichte eine Diskussion zwischen Agrippa, Maecenas und Octavian, bei der Agrippa die „republikanische“ Position vertritt, Amecenas dagegen ein Modell fordert, das dem ausgebildeten Prinzipat des 3. Jahrhunderts (der Zeit Dios) entspricht. Diese Erörterung ist mit Sicherheit nicht historisch. Die langsame Entwicklung des Prinzipats lief auch nach dem Tod des Augustus und unabhängig von ihm weiter und war auf keinen Fall von Anfang an geplant. Erst aus der Retrospektive erscheint die Entwicklung unvermeidlich.