Die Parteienlandschaft der DDR wurde von der SED Walter Ulbrichts dominiert. Zunächst hatte es eine ähnliche Entwicklung wie in der Bundesrepublik gegeben, allerdings wurden die Kommunisten schon früh gezielt von der sowjetischen Besatzung gefördert. Die Gründung der KPD unmittelbar nach Kriegsende durch deutsche Moskau-Remigranten entsprach den Plänen, die die sowjetische Führung bereits seit längerem ausgearbeitet hatte. Trotz der klaren Ziele wurden zunächst mehrere Parteien lizenziert, darunter die SPD, die CDU und die liberale LDP. Das nach außen pluralistische Parteiensystem und die nur indirekte Steuerung der KPD durch Moskau diente der Beruhigung der Bevölkerung und des Westens und sollte den Veränderungen einen demokratischen Anstrich geben. Eine genaue Beobachtung der Vorgänge offenbarte allerdings die tatsächlichen Verhältnisse: Der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED folgte die Ausschaltung der Opposition, deren Zustimmung zu den Plänen der SED meist einfach erzwungen wurde. Als Reaktion des Erfolgs von CDU und LDP bei den Länderwahlen 1946 (beide Parteien zusammen erhielten knapp 50% der Stimmen), initiierte die SED zwei Satellitenparteien. Die Nationaldemokratische Partei (NDP) sollte die ehemaligen Nazis und die Kriegsheimkehrer sammeln, die Demokratische Bauernpartei (DBP) den landwirtschaftlichen Sektor. Trotz geschickter Agitation, die in einer Mischung von Absetzung und Zustimmung zum Kurs des Regimes bestand, blieb eine Massenabwanderung der CDU- bzw. LDP-Anhänger zunächst aus. Erneut mußte Druck angewandt werden, um den neuen Parteien zum Erfolg zu verhelfen: 1953 hatte die NDP 230.000 Mitglieder, davon 42% ehemalige NSDAP-Mitglieder. Nach der Bildung der provisorischen Volkskammer 1949 wurde Walter Pieck zum Präsidenten, Otto Grotewohl zum Ministerpräsidenten gewählt. Tatsächlich beherrschte aber der Generalsekretär der SED, Walter Ulbricht, die politische Landschaft und ließ den Staatsapparat systematisch von Oppositionellen säubern. Widerstand seitens der CDU und LDP wurde mit massivem Druck und Absetzungen beantwortet, viele Mitglieder flohen in den Westen. Im Juli 1950 folgte die Wahl zur DDR-Volkskammer mit Einheitslisten, auf denen die SED und ihre Massenorganisationen gemeinsam 50% der Plätze einnahmen, die restlichen Mandate verteilten sich auf die Satelliten und die Opposition. Um die Wahl zu einem garantierten Erfolg zu machen, wurde das Wahlgeheimnis aufgehoben, eine Wahlpflicht eingeführt und die gemeinsame Wahl von Hausgemeinschaften und Betriebsgruppen angeordnet. So erhielt die SED bei einer Wahlbeteiligung von 99% eine Zustimmung von 99,7%. Allerdings wurde dieses offizielle Ergebnis trotz des massiven Drucks nur durch Wahlfälschungen erreicht. Für die faktischen Machtstrukturen in der DDR war der Wahlausgang auch ziemlich irrelevant, da die Volkskammer trotz ihrer legislativen Funktion nur selten tagte.