Den Unionsparteien fiel dieser Schnitt noch relativ leicht: Ihr politischer Ursprung, das katholische Zentrum, hatte sich und die reaktionären und autoritären Vorstellungen einiger Mitglieder durch die Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz 1933 kompromittiert. Auch der massive staatliche Druck auf alle Christen während der NS-Zeit erleichterte die Abkehr vom ausschließenden Katholizismus. Hinzu kam die gemeinsame Angst vor einem Linksruck. Die Lizenzierungspolitik der Alliierten verschaffte den Unionsparteien bis zur Aufhebung der Lizenzierungen 1950 eine Monopolstellung als christlich-konservative Partei; diesen Vorsprung konnten andere Parteien nicht mehr aufholen. Die Liberalen als Alternative im bürgerlichen Lager hatten mit ihrer kulturpolitischen und antiklerikalen Haltung die Kirchen – in den 50er Jahren ein wichtiger politischer Faktor – gegen sich. Viele Pfarrer agitierten offen für die Unionsparteien. Die Union wandte sich an alle sozialen Schichten, auch wenn sie noch von katholischen ehemaligen Zentrumsmitgliedern dominiert wurde, war ihre Wählerschaft äußerst heterogen.
Die große politische Frage nach Kriegsende war der Sozialismus. Eine starke Strömung innerhalb der Unionsparteien optierte für einen christlichen Sozialismus auf der Basis der kirchlichen Soziallehre, der dem späteren demokratischen Sozialismus der SPD sehr ähnelte. Die Parteilinke konnte sich im Programm von 1947 noch durchsetzen, wurde aber bei der Formulierung der Düsseldorfer Leitsätze 1949 von den Marktwirtschaflern um Ludwig Erhard und den neuen Vorsitzenden Konrad Adenauer überstimmt.
Die Realisierung der sozialen Marktwirtschaft brachte zunächst vor allem den Unternehmern Vorteile, wurde aber in der Bevölkerung als Grundlage des Wirtschaftswunders betrachtet. Dadurch wurde die CDU in den Wahlen zum Bundestag zur unschlagbaren „Wirtschaftswunderpartei“ (Slogan: Keine Experimente.), obwohl sich durch Adenauers Politik der Westintegration die deutsche Spaltung verfestigt hatte. Die Außenpolitik war auch durchaus umstritten, 1952 hielt der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher der CDU vor, wer für die Westverträge stimme (und so die Wiedervereinigung gefährde) sei kein Deutscher mehr. Auch das Projekt der Wiederbewaffnung stieß auf starken Widerstand. Außenminister Gustav Heinemann warnte, eine Bundeswehr sie nicht nur zu teuer, sondern stelle auch eine gefährliche Provokation gegenüber der UdSSR dar. Adenauer ignorierte diese Kritik ebenso wie die „Ohne mich!“-Bewegung in der Bevölkerung, was zu heftigen Vorwürfen in der Presse führte. Trotzdem gelang der CDU bei der Wahl 1953 eine Steigerung um 14% gegenüber der ersten Bundestagswahl, 1957 erreichte sie sogar 50,2% aller Stimmen.
Die Ursache für diesen gewaltigen Erfolg waren zum Teil auch die Ereignisse in der DDR. Am 16. Juni 1953 waren in Ostberlin 10.000 Bauarbeiter vor das Haus der Ministerien gezogen, um gegen die erneute Erhöhung der Arbeitsnormen zu protestieren. Beschwichtigungsversuche und auch die Rücknahme der Erhöhung konnten die aufgeheizte Stimmung nicht beruhigen, es wurde mit dem Generalstreik gedroht. Am Tag darauf versammelten sich an 300 Orten der Republik zwischen 300.000 und 400.000 Menschen zu Demonstrationen und forderten den Rücktritt der Regierung, freie Wahlen und die deutsche Wiedervereinigung. Die sowjetische Besatzungsmacht reagierte mit dosierter Gewalt und ließ Panzer auffahren. 120 Menschen kamen ums Leben, davon 40 Sowjetsoldaten, die wegen Befehlsverweigerung erschossen wurden. In den Tagen darauf wurden etwa 6.000 Personen inhaftiert. Diese Vorgänge bestätigten Adenauers Außenpolitik und sorgten gemeinsam mit dem wirtschaftlichen Aufschwung für den gewaltigen Erfolg von 1957. Die Freude währte allerdings nur kurz: Schon 1961 mußte die Partei Verluste von 5 Prozentpunkten hinnehmen. Der Grund dafür war eben die Person Adenauers, der 1957 noch für den Sieg gesorgt hatte.
Adenauer wird heute weithin positiv als Schöpfer der bundesrepublikanischen Ordnung betrachtet. Zeitgenossen hatten dagegen ein durchaus ambivalentes Verhältnis zum „Alten“. Auch seine Biographen sind in der Darstellung gespalten: Während Adenauer einerseits als genialer Stratege bezeichnet wird, halten ihm andere Stimmen ein fehlendes Konzept seiner Politik (außer dem Machterhalt) vor. Die Jugend des Kanzlers war – nach Angaben der von ihm 1955 autorisierten Biographie, die allerdings eine zum Teil zweifelhafte Selbstdarstellung ist – unauffällig. Bereits als Kölner Oberbürgermeister zeichnete er sich durch den später berüchtigten Führungsstil aus. So bevorzugte er anders als eine Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung aus ästhetischen Gründen die Konstruktion der Mülheimer Brücke als Hänge- statt als Bogenbrücke. Schließlich gelang es ihm, sowohl die Zentrums- als auch die KPD-Fraktion hinter sich zu bringen (für Weimarer Verhältnisse eine Sensation), um seine Lösung durchzusetzen. Auch außenpolitisch war er bereits aktiv, als er nach dem Ersten Weltkrieg die Annexion der Rheinlande durch Frankreich verhinderte. Wie in vielen Fällen attestiert ihm der Biograph Schwarz, seine „politische Meisterprüfung“ bestanden zu haben, während der kritischere Köhler von „wirrem Taktieren“ spricht. Die energisch vertretene Westintegration und die europäische Einigung war ebenfalls ein frühes Projekt Adenauers, er plädierte 1918 für eine Westdeutsche Republik als Bundesstaat im Rahmen des Deutschen Reiches, 1923 für eine Losläsung dieses „Rheinstaates“ vom Reich. Seine kompromißlose Haltung gegenüber den Nationalsozialisten kostete ihn sein Amt als Oberbürgermeister, 1945 wurde er von der amerikanischen Besatzung erneut eingesetzt, von den Briten aber kur darauf entlassen. Seine politische Haltung schwankt zwischen moralisch motivierter Offenheit (in einem Brief an einen befreundeten Pater betont er die Schuld aller Deutschen und auch der katholischen Bischöfe) und Pragmatismus (in seiner Regierung wirkten ehemalige NS-Größen wie Theodor Oberländer). Die Autorität des ersten Kanzlers stützte sich auf sein Alter, seine Verwaltungserfahrung und sein korrektes Verhalten während des Dritten Reiches, aber auch auf seine bodenständige und konkrete Sichtweise. Zum Verfall des Respekts führte Ende der 50er Jahre seine Selbstherrlichkeit. Adenauer kandidierte 1959 zunächst für das Amt des Bundespräsidenten, zog seine Kandidatur aber zurück, als ihm die zwangsläufige Überparteilichkeit (und Machtlosigkeit) des Bundespräsidenten bewußt wurde. Außerdem weigerte er sich beharrlich, von der Kanzlerschaft zurückzutreten. Der CDU, die als „Kanzlerwahlverein“ ihres Vorsitzenden auf Gedeih und Verderb mit ihm verbunden war, wurden schließlich Adenauers Altersstarrsinn (bei der Bundestagswahl 1961 war er 85) und seine autokratischen Methoden zum Verhängnis. Adenauers geschwundenes Prestige zeigte sich besonders in der 61er Wahlkampagne der FDP, die eine christlich-liberale Koalition ohne Adenauer versprach - und damit ihr bestes Ergebnis (12,8%) erzielte.