Breichen

Der Hermaphrodit der Frühstücksgetreide-Branche sind die Breie. Nicht nur das Bircher-Müesli ist in seiner ursprünglichen Zubereitung ein Brei, auch einige Flakes-Varianten verwandeln sich bei Zugabe von Milch in wenigen Minuten in einen eher undefinierbare Masse, und die Grenzen zwischen Zartblattflocken und auf Hafermehl basierenden Getreidebreien im engeren Sinne sind ohnehin fließend.

Hauptsächlich für Babies hergestellt, werden Breie mittlerweile auch von anderen volljährigen Personen gegessen (offenbar bin ich viel weniger originell als ich selbst und meine Umgebung glauben möchten), wie ich vor einigen Jahren in der Süddeutschen Zeitung lesen konnte (die sich offenbar in das Thema verbissen hat). Ernährungswissenschaftler erhoben sofort den mahnenden Zeigefinger wegen Unterversorgung des erwachsenen Organismus. Aber mal ehrlich: Wer ernährt sich denn nur von Babyfutter und wie ungesund wäre das im Vergleich zu reiner Fastfood-Ernährung?

Auch den hartgesottenen Müsliessern der Seitenbacher- bzw. Großblattfraktion und den Knusprigkeitsfanatikern unter den Flakesessern sind Breie sicherlich ein Gräuel. Die sollen sich mal schön beruhigen und ein Breichen essen.