Die Pläne der Alliierten, wie nach dem Ende des Krieges mit dem besiegten Deutschland zu verfahren wäre, hatten mit der Dauer des Krieges und der Zahl der Opfer an Härte zugenommen. Bis zum April 1945 galt etwa für den amerikanischen Oberbefehlshaber General Dwight D. Eisenhower die Direktive JCS 10/67, in der das Nachkriegsdeutschland nicht als befreites Land, sondern als besiegter Feindstaat eingestuft wird. Entsprechend sahen die Pläne zur Demobilisierung und Zerschlagung des Deutschen Reiches aus, der US-Politiker Henry Morgenthau forderte sogar eine Umwandlung Deutschlands in einen reinen Agrarstaat. Zum Zeitpunkt der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 waren diese radikalen Vorstellungen bereits nicht mehr aktuell. Statt einer endgültigen Aufteilung des Reichsgebietes wurde das besiegte Land zunächst nur vorläufig in die vier Besatzungszonen der USA, der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs eingeteilt. Die Regierungsgewalt für Deutschland lag bei einem gemeinsamen Alliierten Kontrollrat. Die Ziele der Besatzung waren Demobilisierung, Denazifizierung, Deindustrialisierung und Demokratisierung.
Seit dem Frühjahr 1945 bestanden bereits Spannungen zwischen den Alliierten, speziell zwischen den Westmächten und der Sowjetunion. Auf der Potsdamer Konferenz der alliierten Staatschefs (ohne den Juniorpartner Frankreich) vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 traten diese Probleme offen zutage. Hinzu kam, daß der amerikanische Präsident Truman erst seit April 1945 im Amt war und der britische Premierminister Winston Churchill noch während der Konferenz abgewählt und durch den Labour-Politiker Attley ersetzt wurde. Der sowjetische Staatschef Stalin sah sich also außenpolitischen Neulingen gegenüber und nutzte seine starke Position natürlich aus, um sich unter anderem in der strittigen Frage der Reparationszahlungen durchzusetzen, obwohl er mit seiner Forderung nach einer festen Summe von 20. Milliarden US-Dollar scheiterte. Der US-Außenminister James F. Byrnes hatte für eine flexible Regelung plädiert, um die tatsächlichen Möglichkeiten Deutschlands berücksichtigen zu können und eine kostspielige humanitäre Hilfe der USA wie nach dem Ersten Weltkrieg zu vermeiden. Sein Kompromißvorschlag war, die Höhe der Zahlungen auszuklammern und den Besatzungsmächten in ihren Zonen freie Hand bei der Eintreibung von Reparationen zu lassen. Diese Delegierung einer gesamtdeutschen Frage an die einzelnen Sieger wurde zum Fundament der deutschen Teilung und gab vor allem der Sowjetunion die Möglichkeit, ihre darniederliegende Wirtschaft durch Güter aus ihrer Zone zu beleben.
Inhaltlich wurden auf der Konferenz die bereits bei der Krim-Konferenz gefaßten Beschlüsse bestätigt und konkretisiert. Insbesondere das deutsche Erziehungs-, Justiz- und Verwaltungssystem sollte demokratisiert werden. Auf lokaler Ebene wurde die deutsche Selbstverwaltung (Parteien, Wahlen) gefördert, eine deutsche Zentralregierung war dagegen mit Ausnahme von zentralen Wirtschaftsorganen auf absehbare Zeit nicht geplant. Die relativ rasche Wiedereinführung demokratisch gewählter Gemeinderäte usw. hatte mehrere Gründe: Sie diente dem erklärten Ziel der Demokratisierung, entlastete die mit der Administration der größeren Einheiten vollauf beschäftigten Militärorgane und ermöglichte eine effizientere Versorgung der Bevölkerung. Denn neben dem Abbau der Industriebetriebe wurden bestimmte Wirtschaftsbereiche (Transportwesen, Kohlebergbau, Landwirtschaft und Wohnungsbau) unterstützt, um die bestehende Not der Bevölkerung zu mildern. Zu weit sollte der Wiederaufbau aber nicht gehen: Der deutsche Lebensstandard sollte dauerhaft auf ein mittleres europäisches Niveau abgesenkt werden. Die offizielle Wende der amerikanischen Deutschlandpolitik markierte die Stuttgarter Rede Byrnes‘ am 6. September 1946 vor den Ministerpräsidenten der Länder in der US-Zone. Der Außenminister wiederholte in seiner Rede praktisch die politischen Vorstellungen des amerikanischen Militärgouverneurs Lucius D. Clay und unterstützte damit Clays Kurs und dessen Position. Zentrale Punkte seiner Ausführungen waren die anzustrebende Einheit Deutschlands, seine wirtschaftliche Selbständigkeit und vor allem die Befürwortung einer deutschen Regierung, unter der Deutschland einen „ehrenvollen Platz unter den freien und friedliebenden Nationen der Welt“ einnehmen könne. Diese äußerst großzügigen Pläne machten die Rede bei der deutschen Bevölkerung äußerst populär. Ein Großteil der 1946 skizzierten Positionen sollte sich später unverändert in den Frankfurter Dokumenten wiederfinden.